Cornelia Lösch

Kontakt© Cornelia LöschLetztes Update: November 2020

Weihnacht

Cornelia Lösch

Der Wind weht welke Blätter vor die Tür.
Die kahlen Bäume schauen wortlos zu.
Das Himmelsgrau verkündet ersten Schnee,
am Morgen liegt ein feiner Hauch von Eis.
Ein loser Fensterladen klopft ans Haus.
Im Gartenschuppen stapelt sich das Holz.
Der alte Ofen frisst sich durch das Holz.
und strahlt rotglühend durch die heiße Tür.
Der Mensch verlässt nicht gern das warme Haus.
Das Kätzchen Sue sieht schläfrig zwinkernd zu.
Denn Katzen halten nicht sehr viel von Eis.
Der Stiefel presst sich knirschend durch den Schnee.
Die Winterluft verspricht mehr Eis und Schnee,
drum füllt der Mensch den großen Korb mit Holz.
Die Hände schmerzen, denn am Holz ist Eis.
Er schleppt den Korb bis hin zu seiner Tür,
tritt hastig ein, und schließt die Türe zu.
Er spürt sogleich das wohlig-warme Haus.
Das ist die Zeit, wo Mensch und Tier im Haus
sich wohler fühlen, als in Eis und Schnee.
Sie schau'n durchs Fenster Vöglein gerne zu,
die Futter finden in dem Trog aus Holz.
Nur Waldemar, der Hund muss vor die Tür
und schlittert unbeholfen übers Eis.
Was macht der Mensch, wenn draußen Schnee und Eis?
Da duftet's plötzlich durch das ganze Haus!
Ein Tannenbaum steht wartend vor der Tür.
Da quirlt man Eiweiß bis es steifer Schnee
und fettet Model ein, aus altem Holz.
Zum Schluss fügt man noch Mandelkern hinzu.
Beim Weihnachtsessen geht es festlich zu.
Zum Nachtisch gibt es Crêpes Suzette an Eis.
Ein helles Ofenfeuer leckt am Holz.
Der Duft gebrat'ner Äpfel dringt durchs Haus!
Sue sitzt am Fenster, draußen fällt der Schnee.
Nur Waldemar muss nochmals vor die Tür.
Drum, schließt die Tür so richtig feste zu
wenn Schnee und Eis sich langsam niederlegt,
und lasst vorm Haus das Holz nie ganz vergeh'n!