Cornelia Lösch

Kontakt© Cornelia LöschLetztes Update: November 2020

Das Gewitter

Cornelia Lösch

Er reitet tief in den Wald hinein,
er reitet bis in die Nacht.
Der Wind in den Wipfeln säuselt ganz sacht.
Fern hört er ein Käuzchen wo schrei'n.
Jetzt ruht er und hält das Feuer in Brand,
aus Angst vor dem wilden Getier.
Es wiehert sein Pferd in Pferdemanier
und scharrt in dem staubigen Sand.
Er sitzt und denkt an die Schauergeschichten,
und trinkt dabei blutroten Wein.
Da tropft es schon in sein Feuer hinein.
Es rauschen die uralten Fichten.
Der Wind wird zum Sturm, er hört es schon grollen,
und Blitze zucken umher.
Geblendet sieht er den Wald nicht mehr,
wo er übernachten hat wollen.
Von vorn rollt ein ganzer Feuerwall.
Da hilft nur noch beten und hoffen.
Vom Blitzschlag ist alles schwer getroffen,
das Feuer ist überall.
Sein Pferd bäumt sich auf in seiner Not
und flüchtet in rasendem Lauf.
Da ruft die Mutter von unten rauf:
„Komm runter, Hans, Abendbrot!“